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Pfändung und Zwangsverwertung einer Liegenschaft

Pfändung und Zwangsverwertung einer Liegenschaft

Pfändung und Zwangsverwertung einer Liegenschaft in der Schweiz

Das Verfahren der Pfändung und Zwangsverwertung einer Liegenschaft ist eine Zwangsvollstreckungsmassnahme, die einem Gläubiger ermöglicht, seine Forderung beizutreiben, wenn gütliche Versuche gescheitert sind. In der Schweiz ist dieses Verfahren durch das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) streng geregelt. PBM Avocats vertritt sowohl Schuldner, die eine Verwertung abwenden oder verzögern wollen, als auch Gläubiger bei der wirksamen Führung von Pfandverwertungsverfahren.

Verfahrensschritte bei der Liegenschaftspfändung

Schritt Inhalt Richtwert Dauer
1. Zahlungsbefehl Zustellung an den Schuldner durch das Betreibungsamt Tag 0
2. Rechtsöffnung Wenn Rechtsvorschlag erhoben wurde, muss der Gläubiger ihn gerichtlich beseitigen Nach Rechtsvorschlag
3. Pfändungsbegehren Der Gläubiger beantragt die Pfändung der Liegenschaft (Frist 1 Jahr) Nach Rechtsöffnung
4. Grundbuchanmerkung Eintragung der Pfändung im Grundbuch Einige Wochen
5. Amtliche Schätzung Bewertung der Liegenschaft durch das Betreibungsamt Mehrere Wochen
6. Versteigerung Publikation, Zuschlag an den Meistbietenden 6–18 Monate nach Pfändung
7. Erlösverteilung Bezahlung der Gläubiger nach Rang Nach der Versteigerung

Rechtliche Grundlagen

Das Schweizer Recht unterscheidet zwei Hauptvollstreckungswege für Liegenschaften:

  • Ordentliche Pfändung (Art. 89 ff. SchKG): für Gläubiger ohne Grundpfand; die Liegenschaft wird gepfändet, im Grundbuch angemerkt und anschliessend versteigert
  • Betreibung auf Pfandverwertung (Art. 151 ff. SchKG): für Hypothekargläubiger; direktes Recht zur Forderung der Versteigerung der belasteten Liegenschaft, ohne den Weg der ordentlichen Pfändung einzuschlagen

Die Versteigerung wird durch das Betreibungsamt nach Ausarbeitung des Lastenverzeichnisses organisiert, das alle Belastungen der Liegenschaft (Grundpfandrechte, Dienstbarkeiten, Grundlasten) aufführt. Erstrangige Hypothekargläubiger werden vorrangig auf dem Versteigerungserlös befriedigt, vor den nachrangigen und nicht pfandgesicherten Gläubigern.

Rechte des Schuldners

Der Schuldner verfügt über folgende Rechtsmittel:

  • Rechtsvorschlag: Möglichkeit innert 10 Tagen ab Zahlungsbefehl
  • Beschwerde nach Art. 17 SchKG: gegen Akte des Betreibungsamts innert 10 Tagen
  • Anfechtung der Schätzung: wenn die amtliche Bewertung unrichtig erscheint
  • Zahlungsaufschub: Möglichkeit eines gerichtlichen Zahlungsaufschubs, um Mittel aufzutreiben
  • Vorzeitige Zahlung: Der Schuldner kann das Verfahren jederzeit durch vollständige Zahlung der Schuld, Zinsen und Kosten stoppen
  • Schutz der Familienwohnung: Art. 169 ZGB erfordert die Zustimmung des Ehegatten; besondere Schutzmassnahmen bei hängigen Scheidungsverfahren möglich

Häufige Fragen zur Liegenschaftspfändung

Kann der Schuldner das Pfändungsverfahren durch Zahlung seiner Schuld stoppen?

Ja. Der Schuldner kann das Verfahren jederzeit stoppen, indem er die Schuld, die Zinsen und die Betreibungskosten vollständig bezahlt (Art. 12 SchKG). Auch nach der Festsetzung der Versteigerung kann eine verspätete Zahlung die Verwertung verhindern, wenn das Betreibungsamt dies akzeptiert. Die entstandenen Kosten bleiben jedoch zu Lasten des Schuldners.

Kann eine Liegenschaft unter dem Schätzwert versteigert werden?

Ja. Bei der Versteigerung erhält der Meistbietende den Zuschlag. Es gibt in der ordentlichen Betreibung keinen gesetzlichen Mindestpreis. Bei der Pfandverwertung hat der Hypothekargläubiger hingegen ein Vorzugsrecht auf dem Erlös bis zur Höhe seiner Forderung. Ein Verkauf zu tiefem Preis kann dem Schuldner einen Verlustschein hinterlassen.

Welche Rechte hat der Schuldner während des Liegenschaftspfändungsverfahrens?

Der Schuldner kann: Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl erheben (innert 10 Tagen), beim Betreibungsamt Beschwerde einlegen (Art. 17 SchKG) gegen unregelmässige Akte, eine Fristverlängerung zur Mittelbeschaffung beantragen und die Nutzung der Liegenschaft bis zur tatsächlichen Versteigerung behalten.

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